Baccus
Unser Geschäft Philosophie Kontakt
Karadarshop

Grauvieh

Grauviehrasse – Die Königin der Alpen

 

Das Grauvieh zählt wohl zu den ältesten Rinderrassen der Alpen. Über Jahrhunderte wurde es von der lokalen Bevölkerung in sorgsamer Zuchtarbeit unter extremen Bedingungen erhalten. Erste Aufzeichnungen dieser sehr anpassungsfähigen Bergrinderrasse reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Durch die Abgeschiedenheit der Bergtäler, die den Zuchtviehaustausch erschwerte, wurde das Grauvieh ursprünglich in verschiedenen Schlägen gehalten. Geprägt durch die jahrhundertelange natürliche Selektion in den alpinen Gebirgsregionen und durch die beharrliche Zuchtarbeit einiger weniger Züchter, die seit jeher von den Qualitäten dieser lokalen Rinderrasse überzeugt waren, wurde das Grauvieh kontinuierlich in Reinzucht verbessert. Ihre typischen Eigenschaften und ihre Leistungsbereitschaft vor allem unter schwierigen Futter- und Haltungsbedingungen machen das Grauvieh zur idealen Rasse für die Bewirtschaftung des Berggebietes. Noch heute erfüllt die Grauviehrasse, die hauptsächlich in den Provinzen von Bozen und Trient sowie sporadisch im Veneto und im Friaul Julisch Venetien verbreitet ist, eine bedeutende wirtschaftliche Schlüsselfunktion.

 

Das Grauvieh ist von mittlerem Rahmen und Gewicht, es besitzt ein solides Fundament mit besonders starken Klauen. Das typische Haarkleid ist silbergrau mit Schattierungen am Kopf, am Hals, an den Schultern und an den Flanken. Das Grauvieh ist robust und genügsam, es besitzt einen ausgeprägten Instinkt zur eigenen Futtersuche und ist imstande auch auf steilen Wiesen und Almen die nährstoffreichsten Futterflächen zu finden. Diese langlebige und fruchtbare Bergrinderrasse galt früher als Dreinutzungsrasse (Milch, Fleisch und Arbeit) und wird heute als Doppelnutzungsrasse zur Milch- und Fleischerzeugung gehalten. Die Milch ist von ausgezeichneter Qualität, sie eignet sich sowohl für den Frischkonsum als auch für die Käseherstellung. Unter den Bergrinderrassen Italiens verfügt die Grauviehrasse über das beste Verhältnis in Bezug auf Milchmenge und Inhaltsstoffe, was sich positiv auf die Käseausbeute niederschlägt. Geschätzt wird auch die Fleischleistung, die Tiere erbringen sehr gute Zuwachsleistungen, eine hohe Schlachtausbeute und geschmacklich hervorragende Fleischqualität.

 

 

Der Förderkreis

 

Heute ist der Bestand der Grauviehrasse in den Alpen beträchtlich zurückgegangen. Wie andere lokale Rinderrassen wurde das Grauvieh verdrängt, teils durch die restriktive Agrarpolitik früherer Zeiten und teils durch die starke Verbreitung einer intensiven, auf Hochleistung ausgerichteten Viehwirtschaft in den letzten Jahrzehnten. Das Grauvieh zählt zu den elf Bergrinderrassen, welche Mitglieder der Europäischen Föderation der Rinderrassen des Alpinen Systems sind und gilt seit 2004 als vom Aussterben bedrohte Rasse.

 

Der Förderkreis möchte die Nationale Grauviehzüchtervereinigung in ihren Tätigkeiten zum Schutz und zur Aufwertung der Rasse bestärken und unterstützen. Zusammen mit einer Gruppe von Herdebuchzüchtern, die ausschließlich mit Reinzuchttieren hofeigene Produkte erzeugen, wurden strenge Richtlinien für die Herstellung von Milch und Käse sowie von Fleischverarbeitungsprodukten festgelegt.

 

Zu den Zielsetzungen des Förderkreises zählt auch die Weiterbildung der Produzenten im Hinblick auf die Qualitätsverbesserung ihrer Produkte. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Sennereiverband, der die Hof- und Almkäsereien schon seit geraumer Zeit beratend betreut.